Ein einzelner HV-Depolarisator kann nicht alle polarisierten Lichtarten depolarisieren, insbesondere nicht linear polarisiertes Licht in horizontaler und vertikaler Ausrichtung, was seinen Anwendungsbereich einschränkt. Ein solcher Depolarisator kann als Wollaston-Prisma mit einem extrem kleinen Strukturwinkel betrachtet werden. Wie in Abbildung 1 dargestellt, wird das Licht in der vorderen Hälfte in die orthogonal und gleichgerichtet verlaufenden Lichtstrahlen o und e aufgespalten. In der hinteren Hälfte teilt es sich weiter in zwei linear polarisierte Strahlen – oe und eo – mit entgegengesetzter Brechungsrichtung. Die Intensitäten dieser beiden Strahlen variieren mit dem Azimutwinkel gemäß dem Sinus- oder Kosinusgesetz und unterscheiden sich typischerweise voneinander, was zu einer signifikanten Polarisationskorrelation führt. Daher ist bei der Depolarisation von monochromatischem Licht mit einem HV-Depolarisator ein Azimutwinkel von 45° erforderlich.

Abbildung 1
Basierend auf dem Prinzip von HV-Depolarisatoren werden zwei HV-Depolarisatoren durch eine 45-Grad-Drehung zu einem dualen Babynett-Depolarisator kombiniert, wie in Abbildung 2 dargestellt. Diese Konstruktion ermöglicht es dem zweiten HV-Depolarisator, die horizontalen oder vertikalen linearen Polarisationskomponenten im ersten HV-Depolarisator effektiv zu depolarisieren und somit die funktionellen Einschränkungen eines einzelnen HV-Depolarisators zu überwinden.

Abbildung 2: Strukturdiagramm des dualen Babynine-Depolarisators